
Über den Autor:
Rocio Gaudioso Pedraza ist Community Engagement Manager bei Crossref. Mit ihrem Hintergrund in der Wissenschaftspolitikentwicklung und -analyse arbeitet sie mit der Förderergemeinschaft von Crossref zusammen, um das Potenzial offener Finanzierungsmetadaten zur Erfüllung der Open-Science-Verpflichtungen auszuschöpfen.
Die Forschungsgemeinschaft erlebt einen Wandel in der Art und Weise, wie Forscher und ihre Beiträge bewertet werden. Initiativen wie DORA, CoARAund die Leidener Manifest Institutionen werden dazu ermutigt, Forschungskarrieren ganzheitlicher zu betrachten. Die Umsetzung dieser Prinzipien in die Praxis erfordert jedoch etwas, das oft übersehen wird: eine robuste Metadateninfrastruktur.
Der notwendige Kulturwandel zur Überarbeitung der Forschungsbewertung ist wohl die größte Herausforderung dieser Reform. Da die Forschungsgemeinschaft zunehmend ein breiteres Spektrum an Ergebnissen wie Datensätze, Software, Politikberichte oder Peer-Reviews wertschätzt, stehen wir vor einer weiteren Herausforderung: die standardisierte und zuverlässige Dokumentation, Nachverfolgung und Weitergabe dieser Informationen.
Ohne eine robuste Metadateninfrastruktur verlieren wir die detaillierten Informationen, die für die Bewertung des gesamten Spektrums an Forschungsergebnissen und insbesondere deren Zusammenhänge notwendig sind: die Finanzierung eines Artikels, die Rollen der Mitwirkenden an einem Datensatz, wer einen Preprint begutachtet hat. Eine effektive Forschungsbewertung erfordert Metadaten, die uns nicht nur darüber informieren, was existiert, sondern auch, wie es miteinander verknüpft ist, wer es erstellt hat und welchem Zweck es dient.
Crossref ist eine gemeinnützige Mitgliederorganisation, deren Ziel es ist, Forschungsergebnisse leicht auffindbar, zitierfähig, verlinkbar, wiederverwendbar und bewertbar zu machen. Mitglieder erfassen Metadaten zu Forschungsobjekten, von Artikeln und Preprints über Datensätze und Peer Reviews bis hin zu Fördergeldern und Software. Zusammen bilden diese Metadaten den Forschungsnexus – Crossrefs Vision eines vernetzten, offenen wissenschaftlichen Archivs, in dem jeder Metadatenpunkt Kontext und Links zu anderen Inhalten bietet.
Im Zuge der Reformen der Forschungsbewertung durch die Gemeinschaft Plattformen zur Visualisierung von Wissensgraphen benötigen vollständige und qualitativ hochwertige Metadaten.Metadaten werden aus offenen Infrastrukturen wie Crossref bezogen. Ohne Metadaten kann das Forschungsnetzwerk die Anforderungen der Reform nicht erfüllen. Gemeinsam mit unseren 24,000 Mitgliedern in 166 Ländern verwalten wir diese Metadaten und machen so Crossref zu einem wichtigen Akteur in der Forschung. POSI-konform Infrastruktur als starke, skalierbare Grundlage für die Forschungskommunikation.
Metadaten sollten standardmäßig eingebettet werden. Durch die Einbeziehung von Metadatenaspekten in die anfängliche Projektplanungsphase können Förderer sicherstellen, dass Forschungsergebnisse von Anfang an auffindbar, interoperabel und für eine differenziertere Bewertung jenseits traditioneller Kennzahlen geeignet sind, sobald dies erforderlich ist. Förderer könnten sich dem anschließen Erklärung von Barcelona und Finanzierungsmetadaten über Systeme wie Crossref zu erfassen. System zur Verknüpfung von Fördermitteln as NWO , FWF getan haben.
Offene Infrastrukturen einführen und unterstützen. Investitionen in gemeinschaftlich getragene Infrastruktur sind sowohl pragmatisch als auch glaubwürdigkeitsfördernd. Da Fördergeber von ihren Geförderten die Offenlegung und Zugänglichkeit ihrer Forschungsergebnisse fordern, könnten sie selbst ebenfalls ihre Förderdaten öffnen und teilen. Diese Angleichung von Politik und Praxis ermöglicht eine gerechtere Bewertung und demonstriert das Engagement für Open Science. So wird sichergestellt, dass alle Mitglieder der wissenschaftlichen Gemeinschaft Zugang zu den Informationen haben, auf denen wichtige Bewertungen und Entscheidungen basieren – für Transparenz und Rechenschaftspflicht.
Eine sorgfältige Metadatenverwaltung während des gesamten Projektlebenszyklus ist erforderlich. Die Fördergeber sollten die Metadatenpflege in die Fördervereinbarungen aufnehmen und Ressourcen für die laufende Pflege bereitstellen, um sicherzustellen, dass die Metadaten von ihrer Entstehung bis zur langfristigen Archivierung aktuell und zweckdienlich bleiben.
Metadaten mögen wie ein unsichtbares Gerüst im Hintergrund der wissenschaftlichen Kommunikation erscheinen, doch sie sind das entscheidende Bindeglied zwischen den vielfältigen Forschungsbeiträgen, die wir würdigen möchten. Wenn Förderer, Institutionen, Forschende und Infrastrukturanbieter sich zu hochwertigen Metadatenpraktiken verpflichten, ermöglichen sie einen grundlegenden Wandel in unserem Verständnis und der Anerkennung wissenschaftlicher Arbeit.
Indem wir heute in die Qualität von Metadaten investieren – durch Richtlinien, praktische Umsetzung und die Beteiligung an offener Infrastruktur –, schaffen wir die Grundlage für eine transparentere Kultur, die den Werten der offenen Wissenschaft entspricht. Die angestrebte Reform ist erreichbar, doch dazu müssen wir alle erkennen, dass Metadaten kein nachträglicher Gedanke sind; sie bilden das Fundament, auf dem wir ein besseres System aufbauen.
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Die in unseren Gastbeiträgen präsentierten Informationen, Meinungen und Empfehlungen geben die Ansichten der jeweiligen Autoren wieder und spiegeln nicht unbedingt die Werte und Überzeugungen des International Science Council wider.
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