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Stärkung der Wissenschaftsdiplomatie: Aufbau von STI-Kapazitäten in afrikanischen UN-Missionen

Der Experten-Workshop zum Kapazitätsaufbau für afrikanische Missionen bei den Vereinten Nationen brachte Experten aus afrikanischen Mitgliedstaaten und führende Wissenschaftler zusammen, um die Rolle von Wissenschaft, Technologie und Innovation (STI) in der Wissenschaftsdiplomatie und Entwicklung in Afrika zu diskutieren. Der Workshop wurde gemeinsam vom Internationalen Wissenschaftsrat (ISC) und der Koalition für Wissenschaft, Technologie und Innovation für Afrikas Entwicklung organisiert und vom UN-Hauptquartier für Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten (UN DESA) sowie der UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA) unterstützt. Ziel des Workshops war es, Experten ein besseres Verständnis von STI für multilaterale Maßnahmen zu vermitteln.

Da die UN-Mitgliedstaaten zunehmend den Wert der Vernetzung von Wissenschaft und Politik im multilateralen System erkennen, wurde der Internationale Wissenschaftsrat (ISC) mobilisiert, um dringend benötigte wissenschaftliche Beiträge und Beratung zu leisten. Für eine effektive, evidenzbasierte Entscheidungsfindung müssen Diplomaten jedoch in der Lage sein, wissenschaftliche Erkenntnisse zu nutzen und sich sinnvoll an wissenschaftlich fundierten Verhandlungen zu beteiligen. Dennoch bestehen zwischen den UN-Mitgliedstaaten erhebliche Unterschiede beim Zugang zu Ressourcen, Infrastruktur, Expertise und Beratung im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation (STI).

In einem wichtigen Schritt zur Stärkung des wissenschaftspolitischen Engagements im New Yorker UN-System erprobte das ISC am 25. Juni 2025 einen Ansatz zur Steigerung von Wirkung und Gerechtigkeit in der multilateralen wissenschaftlichen Beratung. In Zusammenarbeit mit der Koalition für Wissenschaft, Technologie und Innovation für Afrikas Entwicklung, dem UN-Hauptquartier für Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten (UN DESA) und der UN-Wirtschaftskommission für Afrika (UNECA) veranstaltete das ISC einen „Experten-Workshop zum Kapazitätsaufbau für afrikanische Missionen bei den Vereinten Nationen“. Durch einen offenen Dialog zwischen Diplomaten und führenden Wissenschaftlern vermittelte dieser Workshop ein grundlegendes Verständnis der wichtigsten Prinzipien der Nutzung von STI – und ihrer Zukunft – in der Wissenschaftsdiplomatie und nachhaltigen Entwicklung.

Der Workshop war in Plenarsitzungen und interaktive Breakout-Sitzungen mit führenden Wissenschaftlern gegliedert und konzentrierte sich auf zwei Hauptbereiche:

  • Wissenschaft für Afrikas Entwicklung nutzen - Erforschung, wie afrikanische Wissenschaftssysteme und Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik die multilaterale Entscheidungsfindung zur Entwicklung Afrikas beeinflussen können.
  • Förderung digitaler Technologien und Innovationen für afrikanische Länder – Überlegungen, wie Technologie- und Innovationssysteme genutzt werden können, um die Entwicklung auf dem gesamten Kontinent zu beschleunigen.

Die Diskussionsteilnehmer der ersten Sitzung, Dr. Heide Hackmann (Stellenbosch University) und Dr. Doyin Odubanjo (Nigerian Academy of Science und Mitglied des ISC-Verwaltungsrats), forderten die Teilnehmer auf, die diplomatischen Verbindungen zwischen Wissenschaft und Politik zu stärken. Die Diskussion betonte die Agenda 2030 als zentralen Rahmen für die Wissenschafts- und Technologiepolitik und unterstrich die Notwendigkeit neuer Finanzierungsmodelle, institutioneller Mechanismen für den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik sowie eines gestärkten Vertrauens, um unterschiedliche Wissenssysteme effektiv zu verbinden.

Die Diskussionsteilnehmerinnen der zweiten Sitzung, Dr. Emna Harigua (Institut Pasteur de Tunis) und Dr. Monica Kerretts-Makau (Arizona State University), erörterten die Herausforderungen und Chancen neuer Technologien, darunter Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und künstliche Intelligenz (KI). Die Diskussion betonte die Bedeutung der Bindung von Forschern in Afrika, der Weiterentwicklung der STI-Politik im KI-Zeitalter und der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Diplomatie. Dr. Kerretts-Makau stellte den Teilnehmern eine wichtige Frage:
„Die Technologie ist da. Wie können wir sie gemeinsam nutzen und was ist Ihre Rolle als Botschafter?“

Aufbauend auf den Plenarsitzungen diskutierten die Teilnehmenden in Kleingruppen, wie Diplomaten die Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik besser nutzen und STI als Hebel für nachhaltige Entwicklung nutzen können. Zentrale Fragen waren: Wie kann das Vertrauen zwischen Wissenschaft und Politik gestärkt werden? Wie kann evidenzbasierte Politikgestaltung die Agenda 2030 voranbringen? Welche Rolle spielen Co-Design, gemeinsame Wissensschaffung und transdisziplinäre Ansätze? Wie können neue Technologien wie KI und IKT Bildung und nachhaltige Entwicklung in Afrika fördern? Und schließlich: Wie kann die globale Wissenschaftsgemeinschaft afrikanische Missionen beim Ausbau ihrer wissenschaftsdiplomatischen Kapazitäten unterstützen?

Da das ISC seine Rolle bei der faktengestützten multilateralen Entscheidungsfindung weiter stärkt, war dieser Workshop ein bedeutender Schritt zur Förderung gemeinsamer Maßnahmen und eines gemeinsamen Verständnisses von STI als Katalysator für die Entwicklung Afrikas.


Bild von Zoshua Colah on Unsplash.

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