Diese Fallstudie stützt sich auf den Bericht. Auf dem Weg zur Geschlechtergleichstellung in wissenschaftlichen Organisationen: Bewertung und Empfehlungen Der Bericht (2026), herausgegeben vom International Science Council, der InterAcademy Partnership und dem Standing Committee for Gender Equality in Science, untersucht auf Grundlage einer globalen Analyse von 136 Organisationen und Umfragedaten von fast 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die strukturellen Faktoren, die die Repräsentation, Teilhabe und Führungsrolle von Frauen in wissenschaftlichen Organisationen beeinflussen.
Die Ungarische Akademie der Wissenschaften reagierte auf einen Wendepunkt im Jahr 2016, als keine Frau für die Mitgliedschaft nominiert wurde, mit nachhaltigen Reformen zur Beseitigung des Geschlechterungleichgewichts. In Verbindung mit Anreizen für Nominierungen und zweckgebundenen Fördermitteln für Gleichstellungsmaßnahmen hat sich die Zahl der weiblichen Mitglieder im letzten Jahrzehnt verdoppelt, obwohl weiterhin strukturelle Ungleichheiten bestehen. Diese Fallstudie verdeutlicht, wie gezielte Unterstützung und das Engagement der Führungsebene messbare Fortschritte erzielen können.
Das Ungarische Akademie der Wissenschaften (MTA) Die Akademie hat ihren Frauenanteil im letzten Jahrzehnt verdoppelt (von 5 % auf 10 %), obwohl die Gesamtrepräsentation weiterhin gering ist. Der Fortschritt beschleunigte sich nach einem Wendepunkt im Jahr 2016, als keine Frau für die Wahl nominiert wurde. Dieses Fehlen wurde innerhalb der Akademie weithin als „Schock“ bezeichnet und führte zu einer anhaltenden institutionellen Auseinandersetzung mit strukturellen Hindernissen für den beruflichen Aufstieg von Frauen.
Als Reaktion darauf richtete die Akademie ein hochrangiges Komitee für Frauen in der Wissenschaft ein, das die Präsidentschaft hinsichtlich Maßnahmen zur Bekämpfung des Geschlechterungleichgewichts berät. Das Komitee, das zunächst von Prof. Vanda Lamm und aktuell von Prof. Enikő Bollobás geleitet wird, entwickelte gezielte Maßnahmen, die sowohl die Karriereentwicklung durch die Unterstützung von Frauen auf ihrem Weg zur Wählbarkeit fördern als auch die Sichtbarkeit durch eine stärkere Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Leistungen verbessern sollen.
Eine der wichtigsten Maßnahmen des Komitees ist ein einjähriges Stipendium zur Unterstützung von Wissenschaftlerinnen, die den fortgeschrittenen Titel „Doktor der Akademie“ anstreben und Kinder unter 14 Jahren haben. Diese Voraussetzung ist eine wichtige Voraussetzung für die Wahl zum korrespondierenden Mitglied und für die Ernennung zur ordentlichen Professorin.
Das Stipendium deckt ein Jahresgehalt ab und entlastet die Stipendiaten von Lehr- und Verwaltungsaufgaben, sodass sie sich ganz auf ihre Dissertation konzentrieren können. Das Programm steht formell auch Männern in vergleichbaren Betreuungssituationen offen, beispielsweise alleinerziehenden Vätern oder Eltern von Kindern mit Behinderungen.
Das Programm hat hervorragende Ergebnisse erzielt. Innerhalb von zwei Jahren nach Erhalt des Stipendiums verteidigten 92 % der Stipendiaten erfolgreich ihre Dissertationen und erhielten den Titel „Doktor der Akademie“. Bis heute haben über 100 Wissenschaftler von dem Programm profitiert, das durch ein zweckgebundenes und nachhaltiges Budget für Geschlechtergleichstellung finanziert wird.
Zusätzliche Maßnahmen verstärken die Wirkung des Förderprogramms:
Trotz dieser Fortschritte bestehen weiterhin strukturelle Ungleichheiten. Eine unabhängige Studie, die nationale bibliometrische Daten auswertete, zeigte, dass sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede in Publikations- und Zitationsmustern im Laufe der Zeit vergrößern. Mitte ihrer Karriere lag die durchschnittliche Publikationsleistung von Frauen etwa zehn Jahre hinter der von Männern zurück; mit 70 Jahren entsprach das Publikationsniveau von Frauen dem von Männern um das 50. Lebensjahr. Als Reaktion darauf erarbeitet das Komitee weitere Empfehlungen für die Präsidentschaft der Akademie. Diese umfassen eine stärkere Angleichung nationaler Förderprogramme an europäische Programme, die Elternzeit und Pflegeleistungen berücksichtigen, sowie die Abschaffung informeller Altersgrenzen bei Nominierungen.
Auf dem Weg zur Geschlechtergleichstellung in wissenschaftlichen Organisationen: Bewertung und Empfehlungen
Internationaler Wissenschaftsrat, Interakademische Partnerschaft und Ständiger Ausschuss für Geschlechtergleichstellung in der Wissenschaft (Februar 2026) Auf dem Weg zur Geschlechtergleichstellung in wissenschaftlichen Organisationen: Bewertung und EmpfehlungenDOI: 10.24948/2026.03
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